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Allgemein

Wie kommt der Steuervorteil zustande?

Durch die Entgeltumwandlung wird Lohnsteuer in der Ansparphase eingespart und in Ihre betriebliche Altersvorsorge einbezahlt. In der Rente sind alle Einkünfte aus der gesetzlichen Rente sowie aus anderen Rentenleistungen wie z.B. der betrieblichen Altersvorsorge oder Riesterrente einkommenssteuerpflichtig (gem. § 22 Nr. 5 S. 1 EStG*).

Das bedeutet, dass die Lohnsteuer nicht zur Gänze eingespart wird, sondern ein Teil davon in die Zukunft verschoben wird. Dies hat einen wesentlichen Vorteil. Das Einkommen in der Rente (z.B. aus der gesetzlichen Rente sowie anderen Rentenleistungen wie die betriebliche Altersvorsorge) fällt für die große Mehrheit der Bevölkerung geringer aus als das Einkommen während des aktiven Arbeitslebens. Damit ist der durchschnittliche Steuersatz in der Auszahlungsphase i.d.R. niedriger als der Steuersatz in der Ansparphase und Sie sparen dadurch diesen Unterschied.

Der Nettovorteil aus der Lohnsteuerersparnis ist unterm Strich also davon abhängig, wie viel Einkommen Sie in der Rente beziehen – je mehr Einkommen Sie erhalten, umso höher ist Ihr Lohnsteuersatz in der Rente, genau wie beim Einkommen während Ihrer arbeitstätigen Zeit.

*EStG ist kurz für „Einkommenssteuergesetz“

Was bedeutet Beitragsgarantie bzw. garantierter Betrag?

Der garantierte Betrag ist die berechnete Summe der Gesamtbeträge, die in Ihre betriebliche Altersvorsorge über Zeit einbezahlt werden. Diese Garantie wird mit Ihrem Arbeitgeber in einer „Entgeltumwandlungsvereinbarung“ vertraglich vereinbart.

In der Praxis wird die Garantie in eine Direktversicherung „ausgelagert“ – daher wird für Sie eine Direktversicherung abgeschlossen. Bietet das Versicherungsprodukt eine geringere Garantie als die Summe der einbezahlten Gesamtbeträge, haftet Ihr Arbeitgeber für eine potenzielle Differenz.

Die Berechnung der garantierten Rente beruht auf dem garantierten Rentenkapital und dem sogenannten „Rentenfaktor“ der Versicherung. (Der Rentenfaktor ist der versicherungsmathematische Faktor womit angespartes Kapital bei Rentenantritt zu einer monatlichen Rente umgerechnet wird.)

Einzahlung

Welcher Betrag wird in die betriebliche Altersvorsorge einbezahlt?

Der Gesamtbetrag ist jener Betrag, der als monatliche Prämie in Ihre betriebliche Altersvorsorge einbezahlt wird. Er besteht aus Ihrem Eigenbeitrag, dem Arbeitgeberzuschuss sowie Ihrer Lohnsteuer- und Sozialabgabenersparnisse, die sich aus Ihren Angaben ergeben.

Was bedeutet Eigenbeitrag?

Der Eigenbeitrag ist jener Betrag, auf den Sie von Ihrem Nettogehalt zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge verzichten, um den Gesamtbetrag zu erzielen.

Was passiert mit meinen Sozialversicherungsbeiträgen?

Durch die Entgeltumwandlung können Sozialversicherungsbeiträge in der Ansparphase eingespart werden (insofern das Gehalt unter der höchsten Beitragsbemessungsgrundlage liegt). Diese Einsparungen werden in eine betriebliche Vorsorge eingezahlt und erhöhen somit Ihre eingezahlte Prämie.

Durch die leicht reduzierten Sozialversicherungsbeiträge können die damit verbundenen Berechnungsgrundlagen reduziert werden. Dadurch könnte es zu etwas geringeren Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung sowie etwas geringerem Arbeitslosen- und Krankengeld kommen.

Einzahlungsphase

Kann ich meine Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge pausieren?

Ja. Sollte es aus persönlichen Gründen nach dem Antrag notwendig sein (z.B. wegen Elternzeit, Arbeitgeberwechsel oder, weil Sie das volle Nettogehalt wieder ausbezahlt haben möchten), können Sie Ihre betriebliche Altersvorsorge beitragsfrei stellen –  also die Einzahlung pausieren. Dies hat zur Folge, dass sich die erwartete Rente reduziert.

In der Regel kann die Versorgung später wieder weiter bespart werden. In welcher Form dies möglich und sinnvoll ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Wir empfehlen daher diese Entscheidung in Abstimmung mit der Personalabteilung und mit dem betrieblichen Altersvorsorgeberater Ihres Arbeitgebers zu besprechen.

Was passiert mit meiner betrieblichen Altersvorsorge, wenn ich kündige oder den Arbeitgeber wechsle?

Wenn Sie Ihren Arbeitgeber wechseln, haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten:

Beitragsfreistellung: Der Versicherungsvertrag wird auf Sie übertragen und Sie stellen ihn beitragsfrei. Sie erhalten bei Rentenantritt daraus eine Rente bzw. eine Kapitalauszahlung. Dabei bleiben alle erworbenen Versorgungsansprüche ggü. Ihrem alten Arbeitgeber aufrecht erhalten (Unverfallbarkeit gem. § 1b Abs. 5 BetrAVG*).

Beiträge privat weiterzahlen: Der Versicherungsvertrag wird auf Sie übertragen und Sie zahlen den monatlichen Gesamtbetrag (oder einen veränderten Betrag) weiterhin privat. Sie erhalten bei Rentenantritt daraus eine Rente bzw. eine Kapitalauszahlung. Dabei bleiben alle erworbenen Versorgungsansprüche ggü. Ihrem alten Arbeitsgeber aufrecht erhalten (Unverfallbarkeit gem. § 1b Abs. 5 BetrAVG*).

Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen: Der Versicherungsvertrag wird auf Ihren neuen Arbeitgeber übertragen und dieser zahlt weiterhin den monatlichen Gesamtbetrag (oder einen veränderten Betrag) ein. Dies erfordert eine erneute Entgeltumwandlungsvereinbarung mit dem neuen Arbeitsgeber (§ 4 Abs. 2, 3 BetrAVG*). Der neue Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die Garantien des alten Arbeitgebers zu übernehmen.

Kapital auf einen neuen Vertrag übertragen: Es ist üblich, dass ein neuer Arbeitgeber Ihren alten Vertrag aufgrund hoher administrativer Komplexität nicht weiterführen möchte. Ist dies der Fall, können Sie einen neuen Direktversicherungsvertrag beim neuen Arbeitsgeber abschließen und das gesamte Kapital des alten Vertrages auf den neuen Vertrag übertragen.

*“BetrAVG“ ist kurz für „das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung“

Auszahlung

Wann kann ich eine Leistung aus meiner betrieblichen Altersvorsorge beziehen?

Sie können Ihre betriebliche Altersvorsorge bereits ab Ihrem 62. Geburtstag beziehen, falls Sie schon in Rente sind. Sie können dies kurz vor Rentenantritt (oder jederzeit danach) entscheiden.

Wie funktioniert die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge?

Die Auszahlung findet bei Rentenantritt statt. Sie können sich die Vorsorge entweder als lebenslange Rente, als Einmalauszahlung oder als eine Kombination auszahlen lassen.

Sind Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge sozialversicherungspflichtig in der Rente?

In der Rente sind alle Einkünfte aus der gesetzlichen Rente sowie aus anderen Rentenleistungen wie z.B. der betrieblichen Altersversorgung oder Riesterrente sozialversicherungspflichtig (gem. § 229 Abs. 1 S. 3 SGB V*). Allerdings werden in der Rente nur Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt.

Da im Rentenalter erwartungsgemäß auch ein geringeres Einkommensniveau vorliegt, fallen daher auch die Beiträge im Durchschnitt wesentlich geringer aus als in der Zeit, in der Sie arbeitstätig sind.

*“SGB V“ ist kurz für „Sozialgesetzbuch (SGB) fünftes Buch (V) – Gesetzliche Krankenversicherung“

Sind Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge steuerpflichtig in der Rente?

In der Rente sind alle Einkünfte aus der gesetzlichen Rente sowie aus anderen Rentenleistungen wie z.B. der betrieblichen Altersvorsorge oder Riesterrente einkommenssteuerpflichtig (gem. § 22 Nr. 5 S. 1 EStG*). Der durchschnittliche Steuersatz in der Auszahlungsphase ist i.d.R. jedoch niedriger als der Steuersatz in der Ansparphase.

*EStG ist kurz für „Einkommenssteuergesetz“